Resin-Bausatz mit Tücken

Audi R15 Plus LM 2010

Manche Wunschmodelle gibt es bisher nur als Resin-Bausatz. Der kann seine Tücken haben – wie der Audi R15 von Profil24. Der erfahrene Modellbauer, vom Ehrgeiz gepackt, stellt sich natürlich solch einer besonderen Herausforderung.

Das Endergebnis überzeugt: der Audi R15 Plus LM 2010 von Profil24 © Sascha Müller
Das Endergebnis überzeugt: der Audi R15 Plus LM 2010 von Profil24

Auch dieses Mal habe ich die Qual der Wahl, da dieses Fahrzeug von dem japanischen Hersteller Studio27 und dem französischen Kleinserienhersteller Profil24 angeboten wird. Entschieden habe ich mich für den wesentlich günstigere Kit von Profil24. Der Bausatz beinhaltet alle Teile, um die drei Varianten des Fahrzeugs zu bauen.

Bei diesem Kit handelt es sich um ein Curbside-Modell (Schalenmodell), das heißt, es sind keine Hauben zu öffnen. Leider enthält er deshalb aber auch keinen Motor. Die Resin-Teile sind sauber und blasenfrei gegossen, des Weiteren ergänzen Weißmetall- und Fotoätzteile den Bausatz.

Dieser enthält ebenso Felgen aus Weißmetall und echte Gummireifen. Der Decal-Bogen ist sehr sauber gedruckt, die Scheinwerfergläser bestehen wie üblich bei Kleinserienmodellen aus tiefgezogenem Material und müssen ausgeschnitten werden. Die Scheinwerfer selbst sind aus Glaslinsen nachgebildet.

Beim Bau wurden zusätzlich Carbon-Decals und Nieten verwendet, dazu Gurte von Scale Production und Plastiksheet. Die Farben kommen von Tamiya, diese habe ich dekantiert (umgefüllt aus der Spraydose) und mittels Airbrush verarbeitet.

Trennmittelbeseitigung

Die Resin-Teile sollten noch gründlich gereinigt werden, um eventuelle Reste von Trennmitteln zu entfernen. Da die Karosserieteile meist nicht so perfekte Oberflächen aufweisen wie Spritzgussmodelle, arbeitete ich mit Spachtelmasse und Schleifpapier nach.

Fräsarbeiten an der Karosserie

Für die Karosserie hatte ich geplant, die Öffnungen an der Heckpartie offen darzustellen. Da die Karosserie an diesen Stellen leider geschlossen ist, habe ich mit Hilfe einer Kleinbohrmaschine und Feilen nachgearbeitet. Die aufwendige Rippenkonstruktion baute ich später aus Plastiksheet neu auf.

Deren Veredelung mit Carbon-Decals war eine Nervenprobe, aber die Arbeit hat sich gelohnt.  An den vorderen Radläufen wollte ich zusätzlich auch die Rippen geöffnet darstellen. Die groben Resin-Rippen wurden also durch komplett neu gebaute ersetzt.

Die Karosserie ist leider nicht ganz symmetrisch gearbeitet, das fällt vor allem an den hinteren Radläufen und an den Abständen der vorderen Radkästen zum Mittelteil auf. Die spätere „unruhige“ Lackierung läst diesen Makel für das Auge fast verschwinden. Am Heck wurden die Radkästen daher etwas nachgearbeitet.

Die Radnabe in den Weißmetallfelgen sitzt leider nicht mittig. Die hier verbauten habe ich aus Felgensternen von Studio27 umgebaut und die Ringe aus Kunststoff selbst auf einer Drehbank hergestellt.

Unruhige Lackierung

Als Grundlage für die dreifarbige Lackierung spritze ich zuerst zwei Schichten Lesonal-Füller Weiß auf. So kann man erst richtig sehen, wo die Oberfläche eventuell nachgearbeitet werden muss. Die Lackierung ist bei diesem Modell natürlich eine besondere Herausforderung.

Nachdem ich noch die Löcher für die später eingesetzten Nieten gebohrt hatte, lackierte ich die komplette Karosserie erst einmal silber. Als nächstes folgte das Rot, hierbei musste ich schon sehr genau auf den Kantenverlauf achten, damit später die orangefarbenen Decals passen. Also mit Tamiya-Tape angeklebt und die zweite Farbe aufgebracht.

Nach einer Trockenzeit von einer Woche fanden alle Decals ihren Platz, ebenso die Nieten (0,5 mm). Jetzt fehlten noch die Klarsichtteile, die ich mit einer Schere ausschnitt, mit Hilfe von Schleifpapier einpasste und mit Klarlack verklebte, ebenso wie Ätzteile, Haubenhalter und Nieten.

Im Anschluss wurde alles mit drei Schichten Gunze „Top Coat“ versiegelt. Nach zwei Wochen Trockenzeit musste noch die letzte Farbschicht Schwarzmatt aufgebracht werden. Hier besteht immer das Risiko, da

Innenraum und Politur

Die Zeit zwischen den Trockenphasen nutzte ich für die Bodenplatte. Der Innenraum ist bei diesem Modell, wie auch beim Original, recht klein. Um den Sitz realistischer darzustellen, bestrich ich die Sitzfläche noch einmal mit Farbe und bestreute ihn in mit Weizenmehl, um eine raue Oberfläche nachzubilden.

Die Gurte baute ich mit Ätzteilen und Gewebebändern von Scale Production nach. Zum Schluss spendierte noch einige Carbon-Decals und ein paar Drähte.

„Top Coat“ für die Versiegelung

Die Bodenplatte beklebte ich überall in den Sichtbereichen mit Carbon-Decals. Am vorderen Bereich musste ich ebenfalls die auffällige Lackierung aufbringen, danach versiegelte das ganze mit Gunze „Top Coat“.

Die gesamte Karosserie schliff ich danach mit 6.000er- und 8.000er- Schleifleinen von Micro-Mesh. Nach dem Polieren mit gewöhnlicher Autopolitur erfolgte zum Abschluss noch eine Versiegelung mit Tamiya Modellwachs.

Ein Bausatz mit Tücken: leider ist die Karosserie nicht symmetrisch und man muss eine Menge nacharbeiten. Aber vielleicht ist das ja auch gerade eine besondere Herausforderung, dieses Modell doch zu einem guten Ergebnis zu bringen.

TEXT und FOTOS: Sascha Müller
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