Modellbau-Basics

Ausgefallene Tarnbemalungen umsetzen mit PITT Artist Pens

Es gibt Tarnanstriche, die sich mit Pinsel und Airbrush kaum umsetzen lassen. So zum Beispiel der französische Char B 1 Kampfpanzer. Er liefert eine ungewöhnliche Vorlage, die nun mit den neuen PITT Artist Pens nun recht einfach realisierbar ist.
Das Modell des Char B 1 Nr. 251 © Lothar Limprecht
Das Modell des Char B 1 Nr. 251 "FANTASQUE" besticht durch seinen außergewöhnlichen Farbanstrich.

Hinter dem Char B 1 Kampfpanzer verbirgt sich ein wahrer Exot. Nämlich das Fahrzeug Nr. 251 mit dem Namen "FANTASQUE". Das Tarnmuster zeigt Stämme von Kastanienbäumen auf grünem Hintergrund und wurde mit einem speziellen, aus Textilfasern bestehenden Farbstoff beflockt.

Jedoch erfüllte diese Tarnung nicht die in sie gestellten Erwartungen. FANTASQUE wurde am 6. Juni 1940 bei Rambures zerstört.

Ein solcher exotischer Tarnanstrich reizt einerseits zur Umsetzung im Modellbau, andererseits droht er schier an der Realisation zu scheitern.

Hinzu kommt das Fehlen geeigneter und historisch belegter Farbzeichnungen. Lediglich einige wenige und teilweise auch noch undeutliche Schwarz-Weiß-Fotos sind in Literatur und Internet zu finden.

Dieses Bemalungsproblem lässt sich nun fast schon kinderleicht mit den neuen PITT Artist Pens von Faber-Castell lösen.

Dabei handelt es sich um Fasermaler mit pigmentierter Zeichentusche. Die Vorteile dieser Künstlertuschen in einem unkomplizierten Einwegstift sind unter anderem die Alterungs- und Lichtbeständigkeit, Deckfähigkeit und ihre Kombinationsmöglichkeiten untereinander.

Die hellen Farben sind transparent und damit auch für lasierende Techniken geeignet, die dunklen Farben decken. Es gibt im Fachhandel mittlerweile über 60 Farbstifte mit drei Fineliner- und einer "Brush"-Pinselspitze.

Letztgenannte, mit "B" gekennzeichnet, hat eine feine Spitze und behält ihre Funktionsfähigkeit auch beim Umknicken, ohne dabei kaputt zu gehen. Sie ist für unser Vorhaben bestens geeignet. So sind auch Beschriftungen möglich oder Rost- und Schmutzstreifen.

Ausgefallene Tarnbemalung Schritt für Schritt:

Man benötigt: ein grundiertes Modell, eine Sheet-Platte, eine Vorlage und Artist Pens in unterschiedlichen Grün- und Brauntönen.

Man benötigt: ein grundiertes Modell, eine Sheet-Platte, eine Vorlage und Artist Pens in unterschiedlichen Grün- und Brauntönen.

Chromium Green Opaque (174), Chrome Oxide Green (278), Perm. Green Olive (167), Raw Umber (180), Carput Mortuum (169), Dark Sepia (175).

Chromium Green Opaque (174), Chrome Oxide Green (278), Perm. Green Olive (167), Raw Umber (180), Carput Mortuum (169), Dark Sepia (175).

Bevor der erste Baum entsteht, empfiehlt sich Handhabung und Farbgebung zu erproben, hier auf einem Stück kolorierten Kartons.

Bevor der erste Baum entsteht, empfiehlt sich Handhabung und Farbgebung zu erproben, hier auf einem Stück kolorierten Kartons.

Zuerst die Struktur eines Baumes mit Stamm und sich verzweigenden Ästen mit dem hellsten Braunton nach Vorlage vorskizzieren.

Zuerst die Struktur eines Baumes mit Stamm und sich verzweigenden Ästen mit dem hellsten Braunton nach Vorlage vorskizzieren.

Die Pinselspitzen, schräg aufgesetzt, lassen breitere Striche entstehen. Der eigenen Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Die Pinselspitzen, schräg aufgesetzt, lassen breitere Striche entstehen. Der eigenen Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Dark Sepia (175, oben) überdeckt ausgezeichnet das hellere Walnut Brown (177) – somit ein weiterer gut geeigneter Farbton.

Dark Sepia (175, oben) überdeckt ausgezeichnet das hellere Walnut Brown (177) – somit ein weiterer gut geeigneter Farbton.

Mit dem hellen Farbton Earth Green (172) wird erstes Blattwerk angedeutet. Dabei kleine runde Flächen an den Ästen aufmalen.

Mit dem hellen Farbton Earth Green (172) wird erstes Blattwerk angedeutet. Dabei kleine runde Flächen an den Ästen aufmalen.

Mit weiteren Grüntönen (167, 278) die farbige Eintönigkeit des Blattwerks auflockern; nicht zu viele dunkle Farbpunkte setzen.

Mit weiteren Grüntönen (167, 278) die farbige Eintönigkeit des Blattwerks auflockern; nicht zu viele dunkle Farbpunkte setzen.

Mit den beiden Brauntönen 169 und 177 Stamm und Äste wieder hervorholen, da die Grüntöne doch stärker abdeckend wirken.

Mit den beiden Brauntönen 169 und 177 Stamm und Äste wieder hervorholen, da die Grüntöne doch stärker abdeckend wirken.

Mit den benötigten Stiften in der Hand kann es losgehen, jetzt aber am Modell und im gleichen Ablauf, wie zuvor geschildert.

Mit den benötigten Stiften in der Hand kann es losgehen, jetzt aber am Modell und im gleichen Ablauf, wie zuvor geschildert.

Nicht vergessen: Die Bäume „wuchsen“ offenbar über den gesamten Char B 1, ob Front, Heck oder Turm … einerlei, es muss so sein.

TEXT und FOTOS: Lothar Limprecht
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