Kultbus im Baubericht

Das zweite Leben: Samba-Feeling mit dem VW T1 „Bulli“

Schon in den 1960er-Jahren war der VW Samba Bus ein Highlight im Revell Sortiment. Und selbst viele Jahre danach werden immernoch spitzen Bausätze zum Kultbus hergestellt. MODELLFAN zeigt den Bau des 2009er Bulli.

Immer noch ein einmaliges optisches Highlight – der Samba Bus aus den 1960ern. © Guido Kehder
Immer noch ein einmaliges optisches Highlight – der Samba Bus aus den 1960ern.

Bereits an dem alten Bausatz ­begeisterten zu öffnende Türen, Klappen und eine Motornachbildung sowie ein vorbildgerecht ausgestatteter Innenraum die Fan-­Gemeinde. 2009 hat sich Revell wieder an dieses Kultfahrzeug erinnert und es mittels modernster Fertigungs- und Herstellungstechnik aus neuen Formen wieder aufleben lassen. Der neue Bausatz toppt das ­alte Modell in allen Bereichen, etwas Erfahrung sollte für den Bau aber vorhanden sein.

Viele Oberflächendetails wie zum Beispiel am Unterboden und im Innenraum sind um einiges authentischer nachgebildet als bei anderen auf dem Markt erhältlichen Modellbausätzen. Alle Bauteile sind sehr sauber ausgebildet. Die Karosserie besteht nun aus mehreren Bauteilen, das ist eher gewöhnungsbedürftig.

Insgesamt sind 173 Bauteile zusammenzufügen. Diese sind in weißem, grauem und silbernem Kunststoff gefertigt. Die Karosserieteile sind in Weiß gehalten, so fällt das Lackieren später leichter. Die Klarsichtteile zeigen sich absolut transparent. Mit ­ihnen sollte sehr vorsichtig umgegangen werden, da sie leicht verkratzen oder unschöne Fingerabdrücke drauf zurück bleiben.

Die Decals (Nassschiebebilder) weisen einen sauberen Druck auf und man findet Gestaltungsmöglichkeiten in Form von verschiedenen Nummernschildern und Nationalitäten-Kennzeichen.

Die Montage beginnt

Zuerst die Felgen, dann Motor und Fahrwerk: Die Bauteile sind so einfach gehalten, dass der Zusammenbau leicht von der Hand geht, aber dennoch die Detailtreue gewahrt bleibt. Lediglich an der Vorderachse sollten links und rechts zwei überstehende Nippel entfernt werden, die den Lenkeinschlag der Reifen ein wenig behindern.

Weiter geht’s mit dem Innenleben beziehungsweise. dem Fußboden, auf dem Sitze und Sitzreihen montiert werden. Dank der übersichtlich gestalteten Bauanleitung bleiben keine Fragen offen, alle Bauteile lassen sich mühelos verarbeiten. Besonders hervorzuheben ist die verschiedenfarbige Kennzeichnung der ­Flächen in der Bauanleitung, um Farbgrenzen besser erkennen zu können.

Für den weiteren Zusammenbau entschied ich mich, entgegen der Bauanleitung vorzugehen und montierte die Karosserie schon vorher komplett zusammen, um diese einfacher lackieren zu können. Hier wurde der Unterboden noch nicht mit dem inneren Fußboden verklebt, ­sodass sich diese Komponenten später einfacher in die Karosserie einfügen lassen.

Dieser so beschriebene Zusammenbau empfiehlt sich allerdings nur dem geübten Modellbauer und soll zeigen, dass man auch auf anderem Weg das Modell zusammenbauen kann. Wer sich das nicht ­zutraut oder bedenken hat, die Bauteile sauber zusammengefügt zu bekommen, sollte der Reihenfolge der Bauanleitung weiter folgen.

Auch hält dieser Bausatz zwei Bauoptionen vor: zum einen die europäische Version mit den einfachen Stoßstangen, zum anderen die US-Version mit den ­Bügeln auf der Stoßstange. Des Weiteren liegen dem Bausatz Zusatzteile bei, um das Dach geschlossen oder geöffnet darstellen zu können.

Für die farbliche Gestaltung außen empfiehlt es sich, zunächst die Zweifarben- Lackierung in matten Farbtönen auszuführen. Der Unterschied zu den glänzenden Farben ist, dass diese nicht so dick auftragen wie die Glanzfarben und das Abkleben auch einfacher fällt. Zudem sollte ein schwach haftendes Klebeband verwendet werden. Meine Empfehlung hierzu ist das Klebeband „Precision“ von Tesa, welches auch in verschiedenen Breiten erhältlich ist. Die Beschaffenheit des Klebebandes ist mit dem beliebten Produkt von Tamiya durchaus gleichzusetzen.

Nach der Lackierung konnten die Decals aufgebracht und nach gutem Abtrocknen dann mit einer farblosen Glanzlackschicht überzogen werden. Hier kam der Hochglanzlack “Topcoat“ von “Mr. Hobby“ (Gunze) zum Einsatz, welcher zum einen sehr schnell trocknet und zum anderen hochglänzend ist. Dieser wird in einer Spraydose angeboten und lässt sich recht einfach verarbeiten.

Nach dem Lackieren und gutem Austrocknen der Farbe wurden Karosserie und Bodengruppe zusammengefügt und die Fenster konnten eingesetzt werden. Hier ist besonders auf die genaue Positionierung zu achten, da diese nur in jeweils einer Position formschlüssig von außen einzupassen sind.

Wer sich unsicher ist, sollte die Scheiben erst ohne Klebstoff in die Öffnungen einsetzen, um den korrekten Sitz zu finden. Ich habe dazu eine Haltehilfe verwendet.

Ein Fazit fällt leicht

Der VW T1 Samba Bus hat Kultstatus. Warum sonst nimmt sich ein Modell-Hersteller wie Revell dieses Vorbild ein zweites Mal vor und stellt zudem komplett neue Spritzguss- Formen dafür her. Dies hat sich allerdings gelohnt. Mit der Erfahrung der heutigen Fertigungstechniken ist ein Modellbausatz von hoher Güte entstanden, der jedem Bulli-Fan das Herz höher schlagen lässt.

Ein wenig Geschick im Umgang mit ­Modellbausätzen sollte man für den ­Zusammenbau allerdings mitbringen. Nicht umsonst ist hier der „Skill Level 5“ auf dem Bausatzkarton angegeben. Nimmt man sich aber Zeit für die einzelnen Baustufen, krönt nach Abschluss der Arbeiten eine sehr schöne Miniatur eines Fahrzeugs der Wirtschaftswunderzeit die Vitrine und den Einen oder Anderen erinnert es darüber hinaus an vergangene, schöne Zeiten.

TEXT und FOTOS, sofern nicht anders angegeben: Guido Kehder
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