WW II German Light Fire Truck

ICMs L1500S LLG - Baufehler mit Bordmitteln kaschieren

Es gibt Tage, an denen alles bestens klappt, und andere, an denen nichts gelingt, wie man es sich wünscht. Wenn kleine Unglücke durch Unachtsamkeiten entstehen, gilt es, nicht aufzugeben, sondern Baufehler zu beheben. Eigentlich sollte die Feuerwehr von ICM mal eben zwischendurch Out-of-Box entstehen. Eigentlich…
ICMs L1500S LLG - WW II German Light Fire Truck © Lothar Limprecht
ICMs L1500S LLG - WW II German Light Fire Truck

ICMs L1500S LLG German Light Fire Truck ist ein interessantes Fahrzeug außerhalb der üblichen Militärmodelle. Im Maßstab 1:35 und offenbar recht gut umgesetzt. Das kleine Fiasko begann allerdings bei den Baustufenfotos. Diese verschwanden nämlich nach der Übertragung von der Speicherkarte der Kamera auf meinen PC spurlos. Und das sollte nicht das letzte Problem mit diesem an sich guten Bausatz sein.

Wer schon einmal einen von ICM produzierten Kraftfahrzeug-Kit gebaut hat, kennt das übliche Schema: Man beginnt mit Längs- und Querträgern des Fahrgestells und baut darauf das Fahrzeug auf. Wenn alles passt, ist alles gut. Wenn nicht, wird’s zur Quälerei.

Beim Umgang mit Klebstoff ist Vorsicht geboten

Es drängt sich wegen der schwarz-grünen Farbgestaltung auf, den Bau der „Leichten Löschgruppe“ in Segmenten (Baugruppen) vorzunehmen. Wobei später unbedingt zu beachten wäre, dass alles fertig lackiert ist. Also Vorsicht im Umgang mit Klebstoff!

Bei mir bewirkt Fenster nach Abschluss der Innenraumgestaltung von innen mit Kleber zu befestigen, immer leichte Nervosität. Es gilt, keinen Kleber auf der Klarsichtscheibe zu hinterlassen. Gut geeignet ist sicherlich Weißleim oder Revells Contacta Clear.

Aber gerade bei geschlossenen Aufbauten ohne eine nachträgliche Eingriffsmöglichkeit (abnehmbares Dach) ist äußerste Vorsicht geboten, diese später nicht etwa mit einem zu starken Fingerdruck einzudrücken. Aufpassen und nochmals aufpassen!

Trotzdem – hier knirschte es und die Scheibe an der linken Tür zum Mannschaftsraum löste sich sowohl an den Seiten wie unten. Folglich vorsichtig Klebstoff auf den unteren Scheibenrand aufbringen. Das zumindest wäre angesagt gewesen. Von wegen! Mit viel zu zittriger Hand verschmierte ich den Kleber. Das Ergebnis: unrettbar verschmiert.

Staub als Lösung

Eine Flugzeugkanzel deckt man ab, eine Tür wie hier jedoch nicht. Da hilft dann nur noch eine Alternative: Etwa das Verschmutzen.

Jedoch ist ein Feuerwehrfahrzeug üblicherweise selten schmutzig. Denn das kratzt bei den echten Wehrmännern an der Ehre. Also half nur ein erstes „Einstauben“, hier mit Vallejo Wash Oiled Earth, aber sichtbar ist der Makel weiterhin.

Die Arbeit weiter ging trotzdem weiter, doch damit nicht genug! Bemerkt man bei den Folgearbeiten den Klebstoff an den Fingern nicht und langt auf das Modell, „erfreut“ die entstehende Macke wirklich jeden Modellbauer. Die sieht man selbst – wie jeden anderen Fehler auch –, immer und immer wieder.

So geschehen beim Aufkleben des Daches. Ausgerechnet am rechten Rand des Kühlergrills prangte ein Klebstofftropfen. Dieser deutliche Makel wurde mit einem scharfen Skalpell mit runder Spitze abgehoben. Die dadurch entstandene Delle mit Primer und Farben derart „misshandelt“, dass es anschließend wie ein „Blechschaden“ mit notdürftiger Reparatur wirkte.

Mit diesen Erfahrungen im Kopf galt es, die bereits vollständig lackierten vorderen Kotflügel einzusetzen. Schön wäre es, wenn diese gleich passen würden – oder man sofort das Prinzip des Einsetzens erkennen könnte.

Nun gut, es wird zuerst „trocken anprobiert“ und so lange geprobt, bis man den Bogen raus hat. Der rechte Kotflügel passte sich völlig problemlos ein und wurde verklebt. Da muss der linke dann ja auch genauso passen.

Hausgemachte Baufehler

Der klassischste aller Fehler: Zu glauben, man wüsste es. Statt wie zuvor auch hier ohne Klebstoff zu probieren, trug ich diesen angesichts der positiven Erfahrung auf der rechten Seite gleich auf. Wird schon passen.

Von wegen! Er passte nicht! Und dank Kleber war dann kein Verschieben und Verändern mehr möglich. Hier hätte ich bei der Fehlerbehebung sicherlich nur noch verschlimmbessert und nichts wirklich behoben. Aber auch das war noch nicht alles

Im Glossar XXL "Silvering" der Modellbau Akademie (MODELLFAN 10/2014) schreibt Berthold Tacke: „Decals reißen bei der Montage relativ oft.“ Stimmt – und auch hier geschehen.

Die Oberfläche am Modell war glatt, das Decal gut eingeweicht, hob sich leicht vom Trägerfilm – und zerbröselte beim Aufbringen. Das passierte mit allen Zulassungsschildern.

Andere Alternativen als Decal oder PE-Teil fand ich keine. Decals selbst drucken, wie im Basic in Ausgabe 1/2014 beschrieben, war mir zu aufwendig. Also war der Druck auf Fotopapier die plausibelste und einfachste Lösung. Schild ist Schild, und die Papierstärke passt schon, dachte ich mir. Und siehe da: Wenigstens hier stimmte dann alles!

Farbvorschriften des L1500S LLG

Äußerlich sichtbares Zeichen des politischen Wandels war der Wechsel der Feuerwehr-Fahrzeuganstriche in das Grün der Polizei. Sowie die Verwendung der Hoheitsabzeichen der Ordnungspolizei an Fahrzeugen und Uniformen.

Hierzu hieß es unter anderem im Runderlass des Reichsministers des Inneren vom 1. März 1937: „Fahrzeuge der Feuerlöschpolizei sind wie folgt zu lackieren: a) Kraftfahrzeuge: Fahrgestell, Räder und Kotflügel schwarz glänzend. Aufbau dunkelgrün glänzend (Farbe Nr. 30 der Farbkarte für Fahrzeuganstriche (RAL Nr. 840 B 2)“.

Dieser tannengrüne Anstrich war weder von Dauer noch von Vereinheitlichung geprägt, denn die Löschfahrzeuge des Luftschutzes waren in Grau lackiert. Darüber hinaus zwangen Rohstoffengpässe bereits 1942 dazu, vom Tannengrün Abstand zu nehmen und Wehrmachtsgrau als Auslieferungsfarbe für Neufahrzeuge der Feuerschutzpolizei anzuordnen.

Ein weiteres Jahr später war auch diese Anordnung überholt. Der sich gravierend zuspitzende Rohstoffmangel zwang zur Auslieferung neuer Fahrzeuge im Dunkelgelb der Wehrmacht. Umlackierungen fanden zumeist nicht statt.

Meine Feuerwehr wurde also ein Fahrzeug mit Pannen, die beim Bau sicher zu vermeiden gewesen wären. Trotzdem sollte man auch so einen Kit vollenden und über die kleinen Fehler hinwegsehen – nobody is perfect.

Text: Lothar Limprecht. Fotos, sofern nicht anders angegeben: Lothar Limprecht

TEXT und FOTOS, sofern nicht anders angegeben: Lothar Limprecht
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