Eyecatcher der Vietnam- Ära

M42A1 Duster: Erstklassige Dschungel-Flak

Die Bofors-Kanonen gibt es bereits in erstklassiger Ausführung. Was konnte also näher liegen, als die Weiterentwicklung im Flakpanzer M42 als Bausatz umzusetzen?

Nach zahlreichen Flugzeugmodellen darf es nun auch mal ein Flakpanzer sein. AFV Club liefert mittlerweile drei erstklassige Versionen des M42 Duster. © Harald Fitz
Nach zahlreichen Flugzeugmodellen darf es nun auch mal ein Flakpanzer sein. AFV Club liefert mittlerweile drei erstklassige Versionen des M42 Duster.

Nach dem Bau zweier einzelner 4-cm-Bofors-Kanonen aus dem Zweiten Weltkrieg interessierte mich die Weiterentwicklung im Flakpanzer M42. Ich entschied mich für die Version aus dem Vietnam-Krieg, da ich bis dato von diesem Kriegsschauplatz noch kein Fahrzeugmodell in meiner bunten Sammlung hatte.

AFV Club präsentiert im Stülpkarton elf saubere Spritzlinge, ergänzt durch schwarze Polycaps, zwei Metallfedern, zwei Geschützrohre aus Aluminium, flexible Ketten und einen kleinen Ätzteilbogen plus sauber gedruckte Decals mit Markierungen für fünf M42, vier davon vom vietnamesischen Kriegsschauplatz.

Die Bauteile sind fein detailliert, größere Auswerferstellen sind nicht vorhanden, die wenigen sichtbaren lassen sich einfach mit einem Bastelmesser wegschaben.

Flexibles Laufwerk

Die Position der Schwingarme ist durch asymmetrische Zapfen vordefiniert, wer diese entfernt, kann die Laufrollen auch dem Untergrund anpassen. Antriebsräder und Laufrollen werden mittels Polycaps auf die Achsen gesteckt. Das ist praktisch, da sie zum Lackieren einfach entfernt werden können. Wer beim Verkleben aufpasst, kann auch die Stützrollen beweglich montieren.

Sie lassen sich danach zwar nicht abnehmen, jedoch erleichtert dies das Bemalen der Gummiauflagen. Wie im Original hat die Wanne im Zentrum ein großes rechteckiges Loch und einen Schacht, der zum Auswurf der verbrauchten Hülsen diente.

Gleisketten aus Weichgummi

Wie geschrieben, liegen dem Bausatz flexible „Gummiketten“ bei. Diese sind recht gut detailliert, kommen jedoch an eine Einzelgliederkette nicht heran. Von Trumpeter gibt es eine solche für die M41/M42- Baureihe. Sie besteht aus den Grundkettengliedern, separaten Gummipolstern und kleinen Pins als Kettenbolzen. Hat man erst einmal die eintönige Arbeit des Entfernens und Versäuberns der Einzelteile erledigt, lässt sich die Kette einfach montieren.

Die Pins lassen sich allerdings nicht optimal in die seitlichen Öffnungen einfügen. Das führt dazu, dass sich die Kettenglieder wieder lösen. Um das Problem zu beheben, bohrte ich die Löcher für die Pins mit einem 0,5-mm-Bohrer nach. Danach funktionierte die Technik einwandfrei. Die Kettenpolster ließ ich bis nach dem Lackieren weg, das vereinfacht die Arbeit beim Bemalen aller Teile.

Dem Bausatz liegen die frühe Dachabdeckung wie auch die korrekt laut Plan zu verwendende späte (!) Version bei. Etwas aufpassen sollte man bei der Montage der kreisförmigen Segmente, die das Gehäuse des Flakturms bilden. Hier musste etwas gespachtelt werden. Innen und außen sehr detailliert sind auch alle Luken dargestellt.

Es finden sich zwar ein paar Auswerfermarken, die lassen sich aber einfach abschaben. Für die Ersatzflakrohre liegen Metallfedern bei, realistischer kann man sie nicht darstellen. Die Kettenabdeckungen mit den Munitionskästen, Luftfiltern und Schalldämpfern werden separat gebaut und an die Wanne geklebt.

Novum Flakturm

Beim Zusammenfügen der vorderen Schutzschildteile musste ebenfalls etwas gespachtelt werden. Die Flakgeschütze lassen sich beweglich bauen, wie auch ein Teil der Visiereinrichtung. Gleich der Wannenabdeckung gibt es für die beiden Aluminium-Geschützrohre ebenfalls zu den (richtig empfohlenen) späten Mündungsfeuerdämpfern auch die frühe Variante im Bausatz.

In der Literatur gibt es auch viele Fotos, welche die Rohre ohne Dämpfer zeigen. Optimalerweise sind die Drehteile so ausgelegt, dass man sie am Modell ebenso weglassen kann. Diverse Kästen sind im und am Turm verbaut, zwei sehr detailliert geätzte Kreisvisiere zieren die Zieleinrichtung.

Munitionsmangel

Für die Bofors-Munition liegen sechs Magazine bei. Betrachtet man Fotos, könnten es ruhig ein paar mehr sein. Zusätzliche Magazine wurden von der Besatzung meist griffbereit auf den Rand der Panzerung aufgesteckt. Zwei Antennenfüße sitzen an der vorderen Turmpanzerung, Antennen selbst liegen aber keine bei. Üblich war es, Antennen nach hinten abzuspannen. Zur Darstellung habe ich die Antennenfüße mit einer Zange leicht nach hinten gebogen.<

Antennen aus 0,5- mm-Messingdraht wurden gerundet und abgelängt, feiner Kupferdraht dient zum Abspannen. Passend zum Bau erstand ich ein Set von Lifecolor mit verschiedenen Variationen von „Olive Drab“. Neben vier Grundtönen liegen auch zwei „Faded“-Farben bei. Grundfarbe bildet das 1950er-Jahre „Olive Drab“. Darüber nebelte ich wolkig „Faded Type 1“.

Da die Farben richtigerweise sehr matt auftrocknen, ich dies zum Aufbringen der Decals aber nicht gebrauchen konnte, überzog ich alles nochmals mit einem Seidenmattlack. Wie üblich, folgte danach eine zweite Schicht Klarlack, diesmal jedoch in Matt. Ein Washing in Braun setzt weitere Akzente. In Lifecolors Tensocrome-Set findet sich auch ein grünes Washing. Dieses setzte ich ein, um dem einheitlichen Olivgrün noch ein paar weitere Nuancen zu verleihen.

Vietnam – rot verstaubt

Das Fahrzeug sollte nur eine leichte Dreck-/Staubschicht erhalten. Dies versuchte ich mit verdünntem AK „Mud“, dem ich „Vietnam Earth“-Pigmente von MIG einstreute, zu erreichen. Die Mischung trug ich auf der Unterwanne auf und verwendete die gleichen Pigmente auch im Bereich Kettenabdeckungen, Fahrer-Funker-Einstieg und Flakturm. Die Ketten baute ich wie erwähnt erst ohne Gummipolster zusammen.

Auf einen Vierkantstab, mit doppelseitigem Klebeband beklebt, heftete ich die Polsterteile und lackierte sie schwarz. Die Ketten bemalte ich mit Rostfarbe aus einem Set von Lifecolor zum Bemalen von Ketten. Erdfarbene Pigmente variieren die Rosttöne und das Schwarz der Kettenpolster etwas. Mit einem schwarzen Kohlestift aus dem Künstlerbedarf markierte ich am Ende noch die Spur der Laufräder.

Equipment für den Turm

Von plusmodel stammt das am Turm angehängte Zubehör, die verschiedenen Taschen bemalte ich in unterschiedlichen Grüntönen. Das beiliegende MG lässt sich auf zwei Positionen am Turm montieren. Lackiert habe ich es mit Gun-Metal und einem schwarzen Schulterstück, akzentuiert mit einem dunkelbraunen Washing.

Ohne Detailsets zum Eyecatcher

Mein persönliches erstes Modell der Vietnam- Ära! Es hat Spaß gemacht, dieses doch recht ungewöhnliche Fahrzeug zu bauen. Der Bausatz ist sehr umfangreich und lässt keine Wünsche offen, weitere Detailsets sind nicht vonnöten. Wer will, kann sich mit den drei erschienenen Bausätzen die Evolution des M42 komplett nachbauen. Jeder Fan von Flakpanzern der US-Armee wird hier voll auf seine Kosten kommen. Somit sehr empfehlenswert.

TEXT und FOTOS: Harald Fitz
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