Simple&Smart

Focke-Wulf 190 A4 wird maskiert

Wir zeigen Ihnen anhand eines recht anspruchsvollen Tarnschemas, das wir stark vereinfacht wiedergeben, die Nützlichkeit des Maskierens beim Bau des 1:72er-Modells der Focke-Wulf 190 A4 von Zvezda.
Simple&Smart: Focke-Wulf 190 A4 wird maskiert © Gerd Meinders
Simple&Smart: Focke-Wulf 190 A4 wird maskiert

Der Kit der Focke-Wulf 190 A4 im Maßstab 1:72 des russischen Herstellers Zvezda folgt seiner Snap-Fit-Philosophie. Und in der Tat: Alles passt bis hin zur letzten Fahrwerksstrebe. Das ist bemerkenswert. Dennoch sollten Sie nicht auf Klebstoff verzichten. Sicher ist sicher!

Wir wollen am Beispiel dieses wohl bekanntesten deutschen Jägers mit Sternmotor des Zweiten Weltkriegs in erster Linie zeigen, wie man mit Masken arbeitet. Verwenden Sie bitte hochwertiges Maskierband. Geld, das man hier spart, könnte sich beim Entfernen beziehungsweise dem Abziehen der Masken sonst später rächen.

Wir verwenden Masking Tape von Tamiya. Es gibt aber auch noch andere Hersteller. Masking Tape ist in vielen unterschiedlichen Breiten erhältlich. Doch Sie können natürlich, eine scharfe Klinge vorausgesetzt, das Tape passend für sich zurechtschneiden.

Ein kleiner Tipp: Das Schlimmste, was beim Einsatz von Maskierband passieren kann, ist, dass es beim Entfernen Farbe mit abreist. Dann war entweder der Lack nicht richtig mit der Modelloberfläche verbunden oder die Haftkraft des Tapes zu groß.

Um diese zu vermindern, empfehlen wir, das Tape vor dem Aufbringen auf dem Modell auf der Haut der Handinnenfläche mehrfach aufzukleben und wieder abzuziehen. Das senkt die Klebekraft des Tapes. Alle Lackierschritte im Artikel sind mit einer absoluten Niedrigpreis-Airbrush ausgeführt worden. Jeder Schritt lässt sich ebenso mit dem Pinsel durchführen. Die Bemalung wurde stark vereinfacht umgesetzt.

Baustufe 1: Pilot und Cockpit

Es kommt nicht oft vor, dass einem Bausatz eine wirklich schön gemachte Pilotenfigur beiliegt. In diesem Fall war es aber so. Auch tut uns der Hersteller noch den Gefallen, die Figur in drei Teilen, die hervorragend zusammenpassen, zu liefern. Das erleichtert natürlich die Bemalung ungemein.

Der Fw 190er-Pilot wird mit Vallejo Acrylfarben bemalt. Lediglich die Hautpartien erhalten ein kleines Wash mit dunkelbrauner Ölfarbe. Denn im kleinen Maßstab 1:72 erledigen der Wash und eine Farbaufhellung mit Lasuren schon die meiste Arbeit.

Beim Armaturenbrett bietet Zvezda eine nicht strukturierte Variante, wo ein Decal für die Instrumentenillusion sorgt. Ebenso liegt aber ein strukturiertes Instrumentenbrett vor. Dieses wurde hier verwendet. Es wurde dunkelgrau grundiert, dann wurden die Armaturen schwarz ausgemalt. Schließlich erhielten die Instrumente hauchfeine weiße Anzeigen. Abschließend entstanden die Glasscheiben für die Geräte mit einem Tropfen klaren Sekundenklebers.

Der Zeitaufwand für Pilot und Cockpit beträgt rund 55 Minuten.

Eine gute Bemalvorlage ist gerade bei der Figurenbemalung äußerst hilfreich.

Eine gute Bemalvorlage ist gerade bei der Figurenbemalung äußerst hilfreich. Speziell bei Lichtern und Schattierungen hilft diese.

Die drei Teile der Figur werden, nachdem sie grau grundiert wurden, mit Vallejo-Acrylfarben bemalt.

Die drei Teile der Figur werden, nachdem sie grau grundiert wurden, mit Vallejo-Acrylfarben bemalt.

Ein Hauch von Lippenrot, nur auf die Unterlippe gezogen, reicht. Mehr sieht absolut übertrieben aus.

Ein Hauch von Lippenrot, nur auf die Unterlippe gezogen, reicht. Mehr sieht absolut übertrieben aus.

Die Instrumentierung der Fw 190 in Großaufnahme.

Die Instrumentierung der Fw 190 in Großaufnahme. Leider wird man später nichts mehr von ihr sehen können.

Baustufe 2: Rumpfmontage

Bei der Rumpfmontage kommt es auf Präzision an. Zunächst sollte man Bereiche wie Fahrwerksschächte und ähnliches schon am Gussast farblich vorbehandeln. Diese Hohlräume schützt man dann, indem man Schwammstückchen in sie hineinsteckt.

Bauteile, die später lange Klebenähte aufweisen wie etwa die Rumpfhälften, sollte man zunächst mit Gummibändern und Klemmen arretieren, bevor man sich ans Kleben macht.

Der Zeitaufwand für die Rumpfmontage beträgt rund 30 Minuten.

Schon am Gussast wurden alle Bereiche wie hier die Fahrwerksschächte vorlackiert, gewasht und dann erst montiert.

Schon am Gussast wurden alle Bereiche wie hier die Fahrwerksschächte vorlackiert, gewasht und dann erst montiert.

Man schützt diese innenliegenden Stellen am besten durch Schwammstückchen, die man in die Hohlräume drückt.

Man schützt diese innenliegenden Stellen am besten durch Schwammstückchen, die man in die Hohlräume drückt.

Die Cockpitmontage beim Zvezda-Kit ist wirklich ungewöhnlich.

Die Cockpitmontage beim Zvezda-Kit ist wirklich ungewöhnlich. Doch sie funktioniert und ist gänzlich unkompliziert.

Mit Gummis und Klemmen sichert man die Rumpfhälften in exakt richtiger Lage und verklebt diese von innen.

Mit Gummis und Klemmen sichert man die Rumpfhälften in exakt richtiger Lage und verklebt diese von innen. Wichtig ist, … 

dass man, bevor man fortfährt, dem Kleber genügend Aushärtezeit gewährt,bevor man Gummis und Ähnliches entfernt.

dass man, bevor man fortfährt, dem Kleber genügend Aushärtezeit gewährt,bevor man Gummis und Ähnliches entfernt.

Baustufe 3: Cockpithaube maskieren

Der Zeitaufwand für die Cockpit-Maskierung beträgt rund 30 Minuten.

Maskingtape mit ausreichend Überstand auf die Haube aufbringen. Dann mit einem Zahnstocher die Konturen nachziehen.

Maskingtape mit ausreichend Überstand auf die Haube aufbringen. Dann mit einem Zahnstocher die Konturen nachziehen.

Diesen Konturen jetzt vorsichtig mit einer frischen Skalpellklinge folgen. Saubere Schnittlinien sind hier das A und O!

Diesen Konturen jetzt vorsichtig mit einer frischen Skalpellklinge folgen. Saubere Schnittlinien sind hier das A und O!

Alle Lücken in der Maskierung können später dann mit kleinen Tapestückchen Schritt für Schritt geschlossen werden.

Alle Lücken in der Maskierung können später dann mit kleinen Tapestückchen Schritt für Schritt geschlossen werden.

Baustufe 4: Masken anstelle von Decals

Man kann Decals auch als Schneidevorlage für eigene Masken verwenden. Die weiße 14 und auch andere weiße Markierungen kann man dadurch erzeugen, dass man das Weiß der Grundierung mit einer Maske in Form einer 14 abdeckt.

Später entfernt man die Maske – und schon steht da die weiße 14 als Markierung auf dem Rumpf. Man muss darauf achten, dass das Decal während des Schneidevorgangs nicht verrutscht.

Der Zeitaufwand für die Maskierung beträgt rund 40 Minuten.

Das Flugzeug erhält eine weiße Grundierung, bevor man noch weitere Masken auftragen kann.

Das Flugzeug erhält eine weiße Grundierung, bevor man noch weitere Masken auftragen kann.

Decals auf Maskingtape-Unterlage als Schneidevorlage nutzen. Das ausgeschnittene Tape dient dann als Maske.

Decals auf Maskingtape-Unterlage als Schneidevorlage nutzen. Das ausgeschnittene Tape dient dann als Maske.

Baustufe 5: Rumpf maskieren

Die relativ aufwendige Maskierung ist bei diesem Tarnschema deshalb nötig, da es gelbe und weiße Bereiche aufweist. Die weiße Grundierung ist unerlässlich, da durch Maskieren einerseits die weißen Bereiche leicht zu erzeugen sind. Andererseits wird sie auch für die gelben Flächen benötigt, da Gelb eine sehr schlecht deckende Farbe ist.

Sie benötigt, ähnlich wie oft auch Rot, einen vorbereiteten Untergrund. Und hier bietet sich Weiß an.

Der Zeitaufwand für die Maskierung des Rumpfs beträgt rund 40 Minuten.

Masken für das Seitenleitwerk, Rumpfbandund die Vier sind schon mal aufgebracht. Alle weiteren werden folgen.

Masken für das Seitenleitwerk, Rumpfbandund die Vier sind schon mal aufgebracht. Alle weiteren werden folgen.

Die Motorcowling ist mit viel Sorgfalt undaufgrund der Rundung mit vielen kleinenTapestückchen zu maskieren.

Die Motorcowling ist mit viel Sorgfalt undaufgrund der Rundung mit vielen kleinenTapestückchen zu maskieren.

Ist das erledigt geht es nun an die Lackierung, das Anbringen der Decals und die finale Montage. Lesen Sie in Teil 2 wie es weitergeht! >

FOTOS: Gerd Meinders
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren