Revells Tirpitz (Teil 1)

Ist die Farbe Rot als Tarnfarbe für ein Schlachtschiff überhaupt geeignet? Wie aussagekräftig sind alte Fotos, und welche anderen Herausforderungen gilt es zu meistern, damit das Modell genau der Vorlage entspricht?

Täuschen und Tarnen ist seit jeher ein wichtiger militärischer Grundsatz. Besonders in den beiden letzten Weltkriegen experimentierten viele Seestreitkräfte mit ganz unterschiedlichen Tarnmustern. Doch die Tirpitz, mit ihren aufgemalten roten Häusern, Fenstern, Türen und Straßen, war wohl einzigartig.

Vom Ausgangsmodell zur Idee
Vor einigen Jahren brachte Revell die Tirpitz in 1:350 auf den Markt. Ein gut gemachtes Modell, welches Rainer Michalek in seinem Baubericht Anfang 2010 im MODELLFAN ausgiebig vorstellte und in seinem Norweger-Fjord-Diorama beeindruckend in Szene setzte. Neben der Tatsache, dass er dort den Bau dieser Schlachtschiff-Ikone bereits detailliert beschrieb, hat er mich damit selbst zum Bau einer eigenen Tirpitz inspiriert.

Die Realität kann so spektakulär sein
Die Tirpitz trug im Laufe ihrer Karriere viele Tarnmuster in verschiedenen Grau-, Grün- und Brauntönen. Die rote Häusertarnung, die sie im Winter 1940/41 während ihrer endgültigen Ausrüstung im Marinearsenal von Wilhelmshaven trug, war aber wohl die ungewöhnlichste  von allen.

Zumindest auf zwei Fotos aus dieser Zeit sind die aufgemalten Fassaden mit Fenstern, Türen und Straßen zu erkennen. Ein Bild, das die komplette Backbordseite der Tirpitz zeigt, sollte mir fortan als Vorlage für den Bau des Modells dienen. Die rote Grundbemalung und die schwarzen Fenster malte ich mit Pinsel auf. Versuche, auch die weißen Fensterrahmen gleichmäßig zu pinseln, missglückten. Letztendlich verwendete ich dünne Decal-Streifen aus dem Zurüstmarkt.
Rot steht ihr gut - Text & Fotos: Wolfgang Kring

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