Alles für die schwimmende Einheit

Schnellboot: Typ 143a der Bundesmarine

Schon aus der Schachtel gebaut bietet Revells aus den frühen Neunzigern stammender Bausatz der Schnellbootklasse 143A für einen fairen Preis alles, was man für ein ansprechendes Modell dieser schwimmenden Einheiten braucht. 

Schnellboot Typ 143A I Maßstab 1:144 © Frank Spahr
Schnellboot Typ 143A I Maßstab 1:144

Inspiration ist alles ... Ich brauche meist eine Idee, wie ich mein Modell darstellen möchte. In diesem Fall kam sie mir beim Betrachten der Bauteile mit ein paar Freunden, von denen einer sagte, das sei ja toll, da sei ja sogar der „Oskar“ dabei.

„Oskar“, so stellte sich für mich als Landratte heraus, heißt bei der Marine die orangefarbene Puppe, die jedes Schiff hat, und die bei Seenotrettungsübungen klammheimlich über Bord geworfen und dann möglichst schnell gerettet werden muss.

Hier ist sie Bestandteil des Bauteils 84. Spontan sah ich vor mir, wie ein frisch geretteter Oskar im Schlauchboot wieder zum Schnellboot zurückgebracht wird, und nahm mir vor, diese Situation zu bauen. Klaus Gaeth von www.schnellboot.net stellte mir Bilder von einem solchen Manöver zur Verfügung, und es war tatsächlich einer der ersten Bauschritte, Oskar vom Bauteil abzutrennen, ihn etwas zu verbiegen und an das Schlauchboot anzupassen.

Mein Freund Guido Hopp hatte mir eine Serie sehr nützlicher Fotos geschickt, die er an Bord von S 74 Nerz aufgenommen hatte, und so entschied ich mich für dieses Boot. Das Heft „Schiffsprofile Nr. 11“ von Olaf Rahardt und die Website von S 74 gaben mir die weiteren benötigten Informationen.

Von der Basis her ...

Am Boot wurde zuerst der Rumpf mitsamt Heckspiegel und Deck zusammengebaut, was nicht ganz ohne Spachtelmasse möglich war. Die Basis aus 30 Millimeter starkem Styrodur wurde passend zu einem Bilderrahmen zugeschnitten und ein Ausschnitt für den Rumpf angelegt.

Leichten Wellengang legte ich durch Beschneiden und Beschleifen an und optimierte die Passung des Rumpfes zur Basis mit Anschlussacryl. Der Rumpf wurde hierzu mit Vaseline isoliert. Ähnlich erging es dem mit Polystyrolprofilen aufgewerteten Schlauchboot.

Die Basis wurde mit Dispersionsfarbe und einem dicken Heizkörperpinsel stippelnd bemalt, um das Styrodur zu versiegeln und eine leicht unregelmäßige Oberfläche anzulegen. Revell Aqua Color Nr. 68 schien mir unseren heimischen Gewässern zu entsprechen.

Mehrere Schichten lösungsmittelbasierten Klarlacks aus der Spraydose ergeben dann den Wassereffekt. Welleneffekte wurden mehrschichtig mit weißer Farbe und klarem Acrylgel angelegt.

Bei jeder Baugruppe überlegte ich mir, welche Veränderungen ich gern anbringen würde – und wie.

Veränderung tut Not ...

Sehr frühzeitig beschloss ich, die Relings selbst zu bauen, um ein maßstabsgetreueres Ergebnis zu erzielen. Fündig wurde ich bei meiner Suche nach passenden Teilen bei Saemann Ätztechnik; dort gibt es fotogeätzte Relingsstützen in diversen Maßstäben und mit der gewünschten Anzahl an Durchzügen.

Dort fand ich auch geätzte Kleinteile wie Ösen, Leitern und Platten. Gerichteten dünnen Draht in 0,2–0,5 Millimeter Stärke erhielt ich bei www.kotol.de. Sehr nützlich war The Chopper II von NWSL, ein Schneidewerkzeug zum Erstellen reproduzierbarer und gerader Schnitte. Den Chopper nutzte ich beim Ersatz der unstrukturierten Unterbauten der Exocet-Container, die mir beim Vergleich mit Vorbildfotos aufgefallen waren.

Die Bausatzteile wurden abgesägt und die entstehenden Öffnungen im Deck mit Sheet abgedeckt. Anhand der Bausatzteile fertigte ich mir eine Zeichnung an und schnitt etwa zwei Dutzend Teile pro Starter zu – einiges an Arbeit, aber lohnend!

Die Scharnierkonstruktionen der Deckel der Raketencontainer und die Strahlabweiser an den zwei achteren Containern wurden umgestaltet. Der RAM-Starter erwies sich als weniger aufwendig, hier ergänzte ich einige Handgriffe und Tritte aus Ätzteilen. Am Strahlabweiser, der vor dem RAM-Starter aufgebaut ist, wurden diverse Löcher gebohrt und eine Lautsprecheranlage ergänzt.

Die Klüsen am Deckrand gefielen mir nicht, also wurden sie aus Kunststoffprofilen nachgebaut. Das Bordgeschütz entstand nahezu unverändert aus dem Kasten. Die Stufen zur Einstiegsluke fertigte ich aus Sheet. Die Verriegelung der Luke ergänzte ich mit einem Ätzteil, das Rohr erhielt einen Draht und die Mündung bohrte ich auf.

Den Aufbau bereitete ich als eigene Baugruppe vor. Hier fiel Spachtelarbeit an. Am Aufbau wurden nach Fotos verschiedene Teile am Brückendach ergänzt, am wichtigsten die MSP 500, ein Infrarotsichtsystem (8).  Aber auch die Düse der ABC-Abwehranlage und Basen für die recht massiven Antennenmasten wurden ergänzt.

Die Bank auf dem Aufbau detaillierte ich mit Polystyrolprofilen gemäß gemäß Vorbildfoto. Die angespritzten Leitern wurden durch geätzte Leitern ersetzt.

Im zweiten Teil wird das Problem maßstabsgerechter Relings und einem passenden Finish gelöst. weiter lesen >

TEXT und FOTOS, sofern nicht anders angegeben: Frank Spahr
Das könnte Sie auch interessieren