Alliiertes Panzergerät im Diorama

Sherman III Direct Vision Type: Im Dienst des United Kingdom

Eingefleischten Fans deutscher Panzertechnik fällt es nicht ganz leicht, alliiertes Panzergerät zu bauen. Doch dieser britische Sherman III stieß von Anfang an auf Interesse. 

Der Sherman III von Tasca zählt zu den Top-Modellen in 1:35. © Roland Greth
Der Sherman III von Tasca zählt zu den Top-Modellen in 1:35.

Tasca entschied sich im Mai 2009, diesen bekannten und wichtigen Sherman III neben dem Modell von Dragon ebenfalls als Bausatz herauszubringen. Dieser beinhaltet 14 sandgelbe Kunststoff-Spritzlinge, zwei olivgrüne Spritzlinge für vier sehr detaillierte Kraftstoff-Kanister und das .30cal. Maschinengewehr.

Für Sichtblöcke und Lampen gibt es einen Spritzling mi tKlarsichtteilen, zudem liegen Decals für drei unterschiedliche Vorbildfahrzeuge bei: C Squadron, Royal Wiltshire Yeomanry, 9th Armored Brigade, Late 1943, Syria, Aleppo; 3rdCounty of London Yeomanry, 4thArmored Brigade, July 1943, Sicily und 1stSquadron, 1st Krechowiecki Lancers, 2nd Tank Brigade, Fall 1943, Palestine.

Die Bauteile sind gratfrei gespritzt und weisen feine Details auf. Beim Wannenbau gibt Tasca im Bauplan die Reihenfolge der Arbeitsschritte durch Nummern an. Wird dies befolgt, ist ein problemloser rechtwinkliger Aufbau garantiert.

Die kleinen Fußnoten in den Explosionszeichnungen sind zu beachten, um Fehler zu vermeiden. Modellbauer sollten sich zu Beginn des Baus für eine der möglichen drei Varianten entscheiden. Je nach Einsatzzeitraum sind kleine Unterschiede vorhanden.

Bau ganz entspannt

In Baustufe 5 zum Beispiel muss man sich für das geschraubte oder gegossene Getriebegehäuse entscheiden. Die gegossene Variante wurde aber erst zum Ende des Afrika-Einsatzes beim Sherman III eingebaut. Baustufe 13 zeigt die Montage der Laufrollenwagen.

Dargestellt sind auch solche der „Initial Version“. Diesen Bausatz brachte Tasca parallel als „Limited Edition“ heraus. Beim „Initial“ sitzt die Stützrolle mittig oben auf dem Träger. Die M3-Panzerkampfwagen verwendeten unter anderem diese Konstruktion.

Von den 252bei El Alamein erstmalig eingesetzten Sherman III hatte die Mehrzahl die M3-Laufrollenwagen. Danach wurde eine Neukonstruktion mit nach hinten versetzter Stützrolle verwendet – die Version, welche dieser Bausatz beinhaltet.

Die Montage der Laufrollenwagen wird auf einer eigenen Seite des Bauplans beschrieben. Die Gummibandagen der Räder sollten leichte Verschleißerscheinungen erhalten. Mit einen kleinen Fräser und nachfolgendem Schleifen ist dies realistisch umzusetzen.

Die Methode mit einem Messer hinterlässt dagegen gerade und glatte Schnitte, wie sie an realen Laufrollen so eher nicht zu finden sind. Es ist möglich, die Federung funktionsfähig zu bauen. Dazu müssen aus einem Bogen Schaumgummi rechteckige Stücke geschnitten werden.

Jeweils drei Stück davon ergeben das „Federpaket“ eines Laufrollenwagens. Wer seinen Sherman auf ebener Fläche präsentiert, ist hier meiner Meinung nach besser beraten, aus hartem Material ein entsprechendes Gegenstück zum Schaumgummiblock zu erstellen. Damit ist gewährleistet, dass die Federung mit der Zeit nicht „in die Knie“ geht und der Panzer in der richtigen Höhe verbleibt.

Da mein Sherman an ein Gelände angepasst werden sollte, blieb ich auch hier bei den Planvorgaben. Die Sandschürzen waren bei den Sherman im Afrika-Einsatz gebräuchlich. Einige Fahrzeuge zeigen die Heckschürzen zweckentfremdet als Gepäckhalterung.

Um die Sandschürzen in Baustufe 19 an die Wanne zu kleben, müssen vorher die imitierten Schraubköpfe an der Unterseite mit einem Messer entfernt werden. Baustufe 20 zeigt die Fertigmontage der Komponenten und der Ausrüstung des Fahrzeugs mit Zubehör. Auch die Anfertigung des Abschleppseils ist hier beschrieben.

Hier kann Tasca von Mitbewebern noch lernen. Das Material für das Seil ist nicht im Bausatz enthalten. Die Kette besteht aus einem weichen Vinyl-Material und besteht pro Seite aus zwei Segmenten. Um die Ketten vorbildgerecht zu montieren, sollten sie teilweise mit den Auflagen verklebt werden.

Alternativ bietet der Hersteller aber auch Einzelgliederketten an, die teils in „Limited Editions“ auch beiliegen. Zudem verwendete ich ein Geschützrohr aus Aluminiumvon LionMarc. Das beiliegende Rohr ist aber durchaus auch verwendbar.

Anpassung der Vignette

Zwischendurch stellte ich die geplante Vignette schon im Rohbau fertig. Aus zwei miteinander verklebten Styrodur-Platten schnitt ich eine ovale Grundform heraus. Das Gelände wurde mit Stücken aus dem gleichen Material und Moltofill-Spachtel geformt und das Modell in die noch feuchte Masse gedrückt. Anschließend wurde alles mit Weißleim eingestrichen und Sand und kleine Steinchen aufgestreut.

Die Afrika-Lackierung

Ein Grundierung mit Tamiya Surfacer war die Basis. Mit einer Mischung aus etwa 50% XF-59 (Desert Yellow), 20% XF-10 (Flat Brown) und 10% XF-69 (Nato Black) erfolgte eine erste Vorschattierung. Die sandfarbene Grundfarbe aus XF-59 (Desert Yellow) wurde, den Lichteinfall berücksichtigend, durch entsprechende Mischung mit XF-10 (Flat Brown) dunkler beziehungsweise mit XF-57 (Buff) etwas heller abgetönt.

An Kanten wurde mit zugeschnittenen Kartonstücken der dahinter liegende Bereich abgedeckt. Der Effekt verstärkt so die Lichtbrechung. Die am Original mit Schwarz aufgebrachte Tarnung hatte scharfe Trennungskanten. Zuerst versuchte ich, die Segmente abzukleben, was mir aber zu aufwendig erschien.

Wie beim Original wurden mit dem Pinsel die Tarnflecken aufgebracht, allerdings nur die „Randzonen“. Mit meinem Airbrush von Harder & Steenbeck (Evolution Silverline Two in One) wurde mit begrenzter Farbmengenzufuhr der innere Bereich der Tarnflecken gespritzt – eine schnelle Methode, eine scharfkantige Tarnung darzustellen. Als Farbton wählte ich XF-69 (Nato Black), welcher das Schwarz etwas abgedämpft wiedergibt.

Mit Vallejo Acryl-Farben wurden im Anschluss erhabene Details und kleine Flächen noch etwas stärker abgesetzt. Noch bevor der Klarlack aufgebracht wurde, erfolgte eine Vorschattierung und „Filterung“ des Modells mit Ölfarben und Citrus Terpentin.

Die saugende Oberfläche unterstützt das Verlaufen der Ölfarben. Danach wurde der Sherman mit „Clear“ von Tamiya gespritzt und im Anschluss die Decals mit Mr. Mark Softer aufgebracht. Nach einer weiteren Lage glänzenden Klarlacks erfolgte ein seidenmatter Überzug.

Der erste Schritt in der abschließenden Alterung bestand in einem Washing mit unterschiedlichen Tönen Ölfarbe. Über das Modell wurden unregelmäßig verschiedenfarbige Tupfen aus Ölfarbe verteilt, die ich dann mit Citrus-Terpentin wieder verblendete. Mit der Menge des Terpentins und der Andruckstärke des Pinselns kann das Ergebnis in die gewünschte Richtung gesteuert werden.

Das anschließende Chipping  wurde mit Vallejo-Farben aufgebracht. Die Töne Dark Rust, Track Primer, German Tank Black und Buff sind besonders geeignet. Empfehlenswert ist es, auf einer Baustelle Bagger zu studieren. Man sollte sich vor Augen halten, wo Beschädigungenund Kratzer logisch erscheinen. Weniger ist oft mehr.

Mit einem sehr weichen Bleistift imitierte ich noch blanken Stahl. Für die einsatzmäßige Verschmutzung kamen wieder Pigmente von MIG zur Anwendung, allerdings sehr sparsam, um die vielen Details nicht zu verdecken. Den Abschluss bildete die Imitation mit MIG P410Oil & Grease Stain Mixture von übergelaufenem Diesel im Bereich der Tankdeckel.

Die Brit-Besatzung

Die Figuren stammen von MiniArt (British Tank Crew). Die Köpfe tauschte ich gegen solche von Hornet aus. Deren ausdrucksstarke Mimik ist eine Klasse für sich. Fahrer und Funker setzte ich im Modell auf kleine Holzsockel. Das Gepäck stammt von Verlinden.

TEXT und FOTOS: Roland Greth
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