AV-8B Harrier II

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Der Bauch des Flugzeugs wirkt einen Hauch heller, was sehr schwierig zu entdecken ist. Leider ist es mir auch nicht gelungen, die FS-Farbnummer für diesen Grauton zu finden. Ich wählte H129, H147 und H66 von Humbrol. Nach der Grundierung mit Primer Grey von Testors und ausreichender Trocknung wurden die Farben der Reihe nach aufgetragen, der Mittelton zuerst, danach der helle Bauch und zuletzt die dunkle Oberseite. Die Decals ließen sich leicht verarbeiten und mit Klarlack versiegeln. Darauf folgten vier Filterbehandlungen im blauen Bereich (MIG P240 Blue for German Panzer Grey), im Anschluss vier Washes aus Terpentin/Umbra Natur, die sehr dünn verwendet werden müssen, da Terpentin das Plastik brüchig machen und sogar auflösen kann! Weiterhin wurde panelweise Pastellkreide aufgetragen, immer von innen nach außen, beginnend mit der hellen Farbe.

Die Flügel erhielten die gleiche Behandlung. Zwischendurch wurde mit einer Schicht matten Klarlacks versiegelt. Danach polierte ich vorsichtig die Oberfläche an ausgesuchten Stellen mit einem Baumwolltuch. Dadurch wird ihr Schimmer gebrochen und die Oberfläche erhält ihr eigenes Leben. Diese langwierige und mühevolle Arbeit bringt aber Tiefe in das Modell. Zudem wurden noch einige Öl-Streifen in Flugrichtung angebracht. Von denen weist ein Harrier aber nicht annähernd so viele wie die Fast-Jets auf. Der AV-8B bewegt sich nicht so schnell und kann auch ganz langsam fliegen oder in  der Luft „stehen bleiben“, was teils andere Verschleißspuren ergibt. Durch die Art von Start und Landung zeigen die meisten AV-8B Harrier eine recht dreckige Unterseite. Sie landen ja sozusagen auf einem Polster ihrer eigenen Abgase.

The Disaster strikes!
Im Teil 1 hatte ich angedeutet, dass dem ersten LRF eine weitaus komplexere Version folgen sollte. Grund dafür war ein Unfall während der Lackierung. Nach dem vorletzten Malgang, es fehlte nur noch das Dunkelgrau, trug ich das Modell zurück zum Arbeitsplatz, um die Sache zu beurteilen. Weil der Lack noch nass war, fasste ich das Modell zwischen den Zeigefingern am Bug und Heck. Beim Öffnen einer Tür mit dem Ellbogen verlor ich den sicheren Griff, dass Modell ging in einen steilen Sturzflug über und landete mit der Nase voraus auf einem sehr stabilen Holzboden. Mein LRF war pulverisiert, ich fand nicht einmal alle Fragmente wieder. Die Nase war bis zur Cockpitrückwand gespalten und die Frontkonsole herausgeschleudert worden (9). An dieser Stelle dachte ich ernsthaft über einen Hobbyausstieg nach! Doch nach Sammeln der notwendigen mentalen Energie machte ich mich daran, alles wieder zu reparieren.

Die Resin-Teile mussten mit Resin ausgebessert und ein völlig neuer LRF aufgebaut werden (10). Dafür hatte ich aber keine Glasnase mehr und die Suche nach geeigneten Objekten begann. Alle möglichen runden Klarteile wurden probiert und wieder verworfen. Die Lösung kam in Form der gewölbten Seitenfenster eines 1:72er „Sea King”-Helikopters. Der hatte genau die richtigen Dimensionen und wurde sorgfältig angepasst, ausgedünnt und angeschliffen. Diesmal ließ ich die blaue LS-Linse weg und baute selber eine. Dazu verwendete ich einen Plastikstab, der ausgehöhlt und auf der Innenseite mit Alufolie verkleidet wurde.
Fotos: Albert Tureczek

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