PBR Pibber

Seiten

Pappmaché und Polystyrol
Um das Gelände von der Basisplatte abzuheben beziehungsweise die Konturen der Wasserfläche zur Vorderkante zu definieren, beklebte ich den Sockel mit einem Blatt Papier. Den Uferbereich gestaltete ich aus Pappmaché, dessen Seitenbegrenzungen aus Polystyrolstreifen bestehen.

Zwischenzeitlich widmete ich mich den Booten. Viel gab es da nicht zu tun: das Unterwasserschiff bis zur Wasserlinie abfeilen, entfetten und die beiliegenden Ätzteile ankleben. Doch Achtung, die Teile sind wirklich sehr klein! Dementsprechend lieber einen entspannten Tag zur Montage wählen.

Die Farbgebung ist denkbar einfach: XF62 von Tamiya für die Boote und einen rostigen Touch für die Ölfässer, die neben Wasserkanistern zur Ausstattung des Kits gehören. Hausbau en miniature Die einfache Hütte entstand nach Vorbildfotos, die im Internet reichlich zu finden sind. Das Grundgerüst besteht wie der Steg aus Polystyrolprofilen.

Für einen weiteren realistischen Kick sorgen 0,5 Millimeter „starke“ Holzplanken, mit denen ich den T-förmigen Steg beplankte. Bevor ich die Base weiter bearbeiten konnte, implantierte ich noch die Stützpfähle des Hauses in das Pappmaché-Ufer. In einer letzten Stellprobe legte ich die endgültige Position der Baugruppen fest.

Schlammiges Mekongdelta
Im nächsten Schritt kam Farbe ins Spiel. Ich wählte einen typisch schlammigen Farbton des Mekongdeltas, Malerkreppband schützte die bereits fertig eingefärbte Dioarama-Base. Mehrere Lagen Glanzlack gaukeln einen langsam fließenden Fluss vor, der sich seinen Weg durch den noch zu erstellenden Uferbereich schlängelt.

Damit wären wir beim Thema: Das Ufer besteht aus superfeinem Sand einer belgischen Firma für Eisenbahnzubehör. Mehr oder weniger handelt es sich um Staub, denn selbst feinster Quarzsand wirkt im Maßstab 1:350 wie die Steine einer Gletschermoräne. Die Verarbeitung ist etwas tricky, da das Material bei nicht entspanntem Wasser sofort aufschwimmt!

Ich verarbeitete drei unterschiedliche Farbnuancen, um keinen Einheitston in der Fläche entstehen zu lassen und später keine großen Farb - korrekturen mit der Airbrush durchführen zu müssen. Gleichzeitig bepflanzte ich die Uferböschung mit zwölf Millimeter hohem Streugras.

Die Trocknungsphase
Sie nutzte ich, um die Hütte zu komplettieren. Ich wollte eine Bambushütte imitieren, es stellte sich nur die Frage nach dem wie? Der Weisheit letzter Schluss waren die Borsten eines Malerpinsels. Der Farbton trifft das Original schon ganz gut, sodass nur wenig Nacharbeit zu erwarten war.

Bevor die Pinselhaare aufgebracht werden konnten, lackierte ich die Hütte in einem beigen Farbton. Schwieriger als gedacht verlief anschließend das Verkleben der Borsten. Anfänglich wollte ich sie in Büscheln über die Sparren legen und mit Sekundenkleber befestigen. Die Geschichte stellte sich aber als zu instabil heraus. Eine andere Lösung musste her! In Weißleim getauchte Taschentücher, über die Sparren gelegt, sorgten für den gewünschten Untergrund.

Es grünt so grün
Die Flora in Indochina ist sehr artenreich; Palmen, Büsche und dichter Dschungel bilden ein schwer zu durchdringendes Dickicht, ideal für eine Höhenstaffelung beziehungsweise den Abschluss der Dioramenkante. Passende Bäume liefert Heki; unter der Bestellnummer 1631 hält der Bausatz 15 fertige, aus Naturmaterial bestehende Bäume bereit.

Für meine Zwecke viel zu groß, benötigte ich lediglich einige fein verzweigte Äste. Das recht giftige Grün der Beflockung dämpfte ich mit grünen und braunen Tönen aus der Airbrush. Doch Vorsicht, nur wenig Druck auf die Düse geben, sonst entsteht ein durch einen Hurrikan verursachter Kahlschlag.

Blickpunkt sollte eine über die Hütte ragende Palme werden – L’Arsenal ist hier die erste Wahl! Wunderbar fotogeätzte Palmblätter sowie einen Resin-Stamm hält der Bausatz bereit. Den Stamm ersetzte ich aufgrund der besseren Formbarkeit durch einen Messingstab.

Buschwerk pflanzen
Los geht’s – Pflanzzeit! Für eine dauerhafte Aufnahme des Buschwerks sorgten zuvor angebrachte Bohrungen, in welche die Bäume mit Holzleim eingeklebt werden. Vorbild war auch hier Mutter Natur – alles schön unregelmäßig anordnen, geradlinige Ausrichtungen finden sich nur auf Plantagen.

Abschließend setzte ich die „Pibber“ ein. Sailors der Firma Goffy wurden zur „Brown Water Navy“ versetzt und bemannen die beiden Boote. Einige Ölfässer runden die kleine Szene ab. Endlich widmet sich ein Hersteller der „Brown Water Navy“, und das mit ausgesprochen überzeugendem Ergebnis. So darf es gerne weitergehen, fehlen nur noch LCMs, ATCs, Helikopter und, und, und …
 
The Brown Water Navy:PBR Pibber: Text/Fotos: Dirk Mennigke

Seiten